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10. Januar 2000
Galileo findet weitere Hinweise auf flüssigen Ozean unter Jupitermond Europa's Eiskruste
Europa mit Salzwasserozean unter dem Eis?Als die Jupitersonde "Galileo" am 3. Januar 2000 ein weiteres Mal einen nahen Vorbeiflug am Mond Europa absolvierte, hat sie neue starke Hinweise bezüglich eines unterirdischen Salzwasserozeans entdeckt.
Bei diesem Vorbeiflug sollte Galileos Magnetometer-Instrument Änderungen in der Richtung von Europas Magnetfeld untersuchen. Die Daten, die in einer Höhe von 351 Kilometern über der Oberfläche gemessen wurden, waren genau von der Art, wie sie eine Schicht elektrisch leitfähigen flüssigen Materials erzeugen würde, so wie ein flüssiger salzhaltiger Ozean. Diese bislang nur anhand von Eisverwerfungen vermutete Schicht flüssigen Wassers soll sich innerhalb der ersten 100km unter der Oberfläche des Trabanten befinden. Entdeckt werden konnte sie, da durch das sich in der Umlaufbahn Europas ständig wechselnde Jupitermagnetfeld wie in einem Dynamo elektrische Ströme in dieser leitenden Schicht induziert werden. Diese elektrischen Ströme erzeugen wiederum ein eigenes Magnetfeld, dessen Nordpol allerdings auf Europas Äquator liegt und sich auf diesem voran bewegt. Tatsächlich findet synchron zur Änderung des Jupitermagnetfeldes eine Umpolung des Feldes alle 5 1/2 Stunden statt. Auf früheren Vorbeiflügen hatte man zwar einen magnetischen Nordpol entdeckt, konnte aber nicht bestimmen, ob dieser sich bewegte oder nicht. Der Vorbeiflug am 3. Januar wurde deshalb so angelegt, daß man eine mögliche Bewegung beobachten konnte. Diese ließ sich dann auch tatsächlich nachweisen. Die Ursache dafür konnte nicht von elektrischen Strömen herrühren, die durch das Oberflächeneis fließen, da Eis ein sehr schlechter Leiter ist, auch teilweise geschmolzenes Eis macht keinen Sinn, da es zum Inneren Europas hin immer wärmer wird, und somit eine Schicht vollständig geschmolzenes Wasser viel wahrscheinlicher wird.
Jetzt ist man noch gespannt darauf, ob sich ein unterirdischer flüssiger Ozean, wie er jetzt auf Europa und früher schon auf Kallisto gefunden wurde, auch auf dem größten Jupitermond Ganymed existiert. Diesen wird die Raumsonde in diesem Jahr voraussichtlich zweimal passieren.
Im Planungsstadium befindet sich zur Zeit eine Mission zur Erkundung von Europa, der "Europa-Orbiter". Diese Raumsonde soll bei Ankunft eine Penetrationssonde absetzen, die den Eispanzer des Mondes durchdringen und in den Ozean eintauchen soll. Dort soll dann ein "Hydrobot" genanntes gefährt ausgesetzt werden, das sich U-Boot-mäßig durch das Wasser bewegen und diesen unterirdischen Ozean erforschen soll. Möglicherweise könnte es hier nämlich bereits primitives Leben geben!

Weitere Infos dazu auf der Galileo-Homepage der NASA.
Und hier über den Europa Orbiter
 
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Und hier noch der obligatorische Hinweis auf die Präambel meiner Seiten, und daß die Inhalte dieser Seite keine Meinungsäußerung der RWTH-Aachen darstellen.

letzte Änderung am 13. Januar MM