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Nachrichten
aus der "Realität" |
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7. Februar 1999
STARDUST ist auf dem Weg, um
Staub vom Kometen Wild-2 einzusammeln
Die NASA-Raumsonde STARDUST wurde am 7. Februar um 22:04:15 Uhr MEZ
an der Spitze einer Delta II-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral
in Florida, USA erfolgreich in einen klaren blauen Himmel geschossen. Sie
ist damit die erste US-amerikanische Sonde, deren Mission sie zu einem
Kometen führt und die erste Mission überhaupt, die Staubproben
eines Kometen auf die Erde zurückbringt.
Das Stardust-Team berichtete, daß das Raumfahrzeug in exzellentem
Zustand sei und sich die Temperatur- und Energieverbrauchswerte in normalen
Bereichen bewegten. Die Sonde befindet sich in Kontakt mit dem Tiefenraumnetzwerk
(Deep Space Network) der NASA und wird von der Missions-Betriebswarte bei
Lockheed Martin Astronautics in Denver, US-Bundesstaat Colorado, gesteuert
und am Laboratorium für Strahlantriebe (JPL) der NASA in Pasadena,
Kalifornien, von dem die Mission geleitet wird, überwacht.
66 Sekunden nach dem Start wurden die vier Feststofftriebwerke
der Delta abgesprengt und die erste Stufe setzte ihren Betrieb fort bis
zum Brennschluß und anschließender Abtrennung bei T +4:30 min.
Wenige Sekunden später wurde die zweite Stufe gezündet und brannte
etwa 5 Minuten bis zu einer Missionszeit von 9:55min. Direkt nach dem Zünden
der der Stufe wurde die Verkleidung oder "Nasen-Kegel" um die STARDUST-Sonde
abgeworfen.
Nach einer antriebslosen Flugphase von etwa 11 Minuten wurde
die 2. Stufe erneut für etwa 2 Minuten gezündet. Nach insgesamt
24 Minuten und 27 Sekunden trennten sich die 2. und 3. Stufe voneinander
und bei T +25:04min startete der Star-37-Raketenmotor der 3. Stufe für
einen zweiminütigen Betrieb. Um 22:31:34 Uhr MEZ ( = 27:19 min Missionszeit)
trennte sich das STARDUST-Raumfahrzeug von der dritten Delta-Stufe und
stoppte seine Eigendrehung mit den bordeigenen Triebwerken. Etwa vier Minuten
nach der Trennung begannen STARDUST's Sonnenzellen-Paneele sich zu entfalten
und sich zur Sonne auszurichten. 51 Minuten nach dem Start, um 22:55 Uhr
MEZ, wurde das Signal der Raumsonde erfolgreich von der Sende- und Empfangsstation
des NASA-Tiefenraumnetzwerkes in Canberra, Australien empfangen.
STARDUST befindet sich nun auf einer Flugbahn, die sie bis zum 2. Januar
2004 zum Kometen Wild-2 (gesprochen: "Wild zwei" und nicht "waild tuh"!)
bringen wird. Die Sonde wird dort Staubpartikel einsammeln die vom Kern
des Kometen weggeblasen werden. Zusätzlich soll STARDUST versuchen,
Proben von einem Strom interstellaren Staubes zu sammeln, der durch das
Sonnensystem führt.
Eingefangen in einem glasartigen Schaum, genannt "Aerogel", werden
die Proben vom Kometen und vom interstellaren Staub in einer Kapsel eingeschlossen,
die bei der Rückkehr zur Erde im Januar 2006 zum Wiedereintritt in
die Erdatmosphäre von der Raumsonde abgesetzt wird. Ausgerüstet
mit Fallschirmen wird die Kapsel dann an einem vorbestimmten Punkt in der
Wüste von Utah aufsetzen, wo sie geborgen wird und ihr Inhalt an verschiede
Forschungseinrichtung zur detaillierten Analyse verteilt wird.
STARDUST ist die vierte und letzte Mission des "Discovery"-Programms
der NASA, das unter dem Motto "schneller, besser, billiger" steht, die
gestartet wurde. Die erste Mission "NEAR"
hatte im vorletzten Jahr einen Vorbeiflug am Asteroiden Mathilde und wird
zur Zeit auf das Rendevous mit dem Asteroiden Eros vorbereitet, um den
sie eine Umlaufbahn einschlagen soll. Die zweite, der "MARS
PATHFINDER", die wohl spektakulärste Mission des Programms, setzte
am 4. Juli 1997 auf dem Mars auf und war nach 21 Jahren die erste geglückte
Mars-Mission seit "VIKING". Die dritte Mission, der "LUNAR
PROSPECTOR" war 1998 sogar die erste Mission zum Mond seit Beendigung
des Apollo-Programms 1971. Mit seinen Instrumenten konnte der Prospector
nun das nachweisen, was bisher nur vermutet worden war: Auf dem Mond gibt
es Wasser!
Das Nachfolge-Programm "New Millenium" hat bereits zwei "Deep Space"-Sonden
gestartet: DEEP SPACE 1 zum
Kometen West-Kohoutek-Ikemura und die DEEP
SPACE 2 Mikrosonden, die mit dem MARS
POLAR LANDER zum Mars fliegen, kurz vor dessen Landung abgekoppelt
werden, um dann etwa einen Meter tief in den Marsboden einzudringen. In
2003 folgen noch "DEEP SPACE
3", bei dem mehrere Teleskope in Formation fliegen sollen, "DEEP
SPACE 4/CHAMPOLLION", bei dem ein Lander auf einem Kometenkern aufsetzen
soll, "EARTH ORBITER 1", mit einer
neuartigen Erdbeobachtungskamera und "EARTH
ORBITER 2" an Bord des Space Shuttles, der Windgeschwindigkeiten mit
Laserstrahlen messen soll.
Weitere Informationen im Internet auf der STARDUST-Webseite
von NASA und JPL.
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Und hier noch der obligatorische Hinweis auf
die Präambel meiner Seiten, und daß die Inhalte
dieser Seite keine Meinungsäußerung der RWTH-Aachen darstellen.
letzte Änderung am 11. Februar MCMXCIX