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Nachrichten aus der "Realität" |
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Jupiters zweitgrößter Mond, Kallisto, hat möglicherweise
einen flüssigen Ozean unter seiner eisigen, kraterübersäten
Kruste, gemäß den Wissenschaftlern, die die Daten der NASA-Raumsonde
Galileo auswerten.
Diese neuen Galileo-Entdeckungen, die in der Ausgabe vom 22. Oktober
des Wissenschaftsmagazins Nature veröffentlicht werden, zeigt Ähnlichkeiten
zwischen Kallisto und einem anderen Jupitermond, Europa, der schon starke
Hinweise zu einem unter seiner Oberfläche liegenden Ozean geliefert
hat, auf.
Bisher
hielt man Kallisto nur für einen toten, langweiligen Mond, eben nur
für einen dicken Brocken aus Eis und Gestein, meint Dr. Margaret Kivelson,
Professorin für Weltraumphysik an der Universität von Kalifornien
in Los Angeles und hauptverantwortliche Wissenschaftlerin für das
Galileos Magnetometer-Instrument, das die Magnetfelder um Jupiter und seinen
Monden mißt. Die neuen Daten weisen dagegen darauf hin, daß
etwas unter Kallistos Oberfläche verborgen ist, und daß dieses
Etwas sehr wohl ein Salzwasser-Ozean sein könnte.
Dieser Schluß wurde angeregt durch Daten Galileos, die darauf
hindeuten, daß elektrische Ströme, die unter Europas Oberfläche
fließen, zu Änderungen in seinem Magnetfeld führen. Dies
scheint gut mit anderen Daten zusammenzupassen, die die Idee unterstützen,
daß unter Europas eisiger Kruste ein flüssiger Ozean als elektrischer
Leiter dienen könnte.
Bewaffnet mit diesen Informationen, machten sich Kivelson und ihre
Universitätskollegen Dr. Krishan K. Khurana, Dr. Raymond J. Walker
und Dr. Christopher T. Russell auf, um eine ähnliche Theorie über
Kallisto, die der deutsche Geophysiker und Weltraumwissenschaftler Prof.
Dr. Neubauer von der Universität Köln vor kurzem aufgestellt
und veröffentlicht hatte, zu überprüfen, auch wenn es ihnen
zu diesem Zeitpunkt noch weithergeholt erschien. Das Team ging zurück
und studierte Daten, die von Galileo bei seinen Vorbeiflügen an Kallisto
im November 1996 und im Juni und September 1997 gesammelt wurden.
Kivelson und ihre Kollegen fanden Anzeichen dafür, daß
Kallistos Magnetfeld genauso wie das Europas veränderlich ist, was
mit veränderlichen elektrischen Strömen unter der Oberfläche
Kallistos, die mit Jupiter in Zusammenhang stehen, erklärt werden
können. Ihre nächste Herausforderung war herauszufinden, was
die Quelle dieser Ströme sein könnte.
Dadurch, daß Kallistos Atmosphäre extrem dünn ist,
und es ihr an elektrisch geladenen Teilchen mangelt, wäre sie nicht
ausreichend in der Lage, das magnetische Feld Kallistos zu erzeugen; genausowenig
ist Kallistos Eismantel ein guter elektrischer Leiter. Es könnte sich
aber durchaus eine Schicht geschmolzenen Eises darunter befinden, die,
wenn sie so salzhaltig wie die irdischen Ozeane wäre, genügend
elektrischen Strom leiten könnte, um das Magnetfeld zu produzieren.
Weiterhin wurde die Schlußfolgerung, daß ein Ozean unter
Kallistos Oberfläche existiere, von Galileo-Daten gestützt, die
zeigten, daß zu unterschiedlichen Zeiten die elektrischen Ströme
in unterschiedliche Richtungen flossen. Dies ist ein Schlüsselhinweis
in Zusammenhang mit der Theorie eines Salzwasser-Ozeans, denn es zeigt,
daß Kallistos Wechselwirkungen, wie auch Europas, zeitgleich mit
den Effekten, hervorgerufen durch Jupiters Rotation, erfolgen.
Obgleich Wissenschaftler die mögliche Anwesenheit eines Ozeans
auf Europa in Hinsicht darauf betrachten, daß es eine Voraussetzung
dafür ist, daß sich dort bis zu einem gewissen Grad Leben entwickelt
haben könnte, ist es, Galileo- Projektwissenschaftler Dr. Torrence
Johnson vom JPL zufolge zweifelhaft, daß auch Kallisto Leben
beherbergen könnte.
Die Grundzutaten für Leben - das, was man praebiotische Chemie
nennt - ist in vielen Himmelskörpern des Sonnensystems, wie Kometen,
Asteroiden und Eismonden, reichlich vorhanden. Biologen glauben aber, daß
außerdem noch flüssiges Wasser und Energie benötigt werden,
um Leben wirklich hervorzurufen. In Anbetracht dessen ist es natürlich
sehr aufregend, einen weiteren Ort zu finden, an dem es möglicherweise
flüssiges Wasser geben könnte. Aber Energie ist eine andere Sache.
Die Ozeane Kallistos werden zur Zeit nur von radioaktiven Elementen
aufgeheizt, wohingegen auf Europa auch Gezeitenkräfte, aufgrund der
größeren Nähe zum Jupiter, Energie liefern.
Zwischen May und September 1999 wird Galileo vier weitere Male an
Kallisto vorbeifliegen, was noch mehr Hinweise auf einen Ozean auf Kallisto
liefern könnte. Wie auch immer müssen, wie Kivelson meint, die
Wissenschaftler auch weiterhin sich stark auf theoretische Modelle stützen,
um ihre Interpretationen Kallisto betreffend zu überprüfen.
Kivelson und ihr Team haben außerdem damit begonnen, die Magnetometer-Daten
über Jupiters größtem Mond Ganymed einer erneuten Untersuchung
zu unterziehen, um sich damit dem verlockendem Konzept zuzuwenden, daß
Europa und Kallisto vielleicht nicht die einzigen Jupitermonde mit einem
unterirdischen Ozean sind.
Info von Douglas Isbell, NASA und Jane Platt, JPL
Bild: künstlerische Darstellung eines Schnittes von Kallisto -
unter der Kruste aus Eis und Gestein erkennt man eine Schicht geschmolzenen
Wassers (NASA's Planetary Photojournal
)
Die neuesten Informationen und Bilder über Kallisto sind im Internet
auf der offiziellen Galileo-Homepage
von NASA/JPL abrufbar.
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Neue
Daten der NASA-Raumsonde Galileo haben Wissenschaftler dazu veranlaßt,
ihre Vorstellung von der inneren Struktur von Jupiters Mond Kallisto abzuändern,
und die Annahme zu vertreten, daß sich Kallisto gänzlich unterschiedlich
entwickelt hat, als die übrigen galileischen Monde Io, Ganymed und
Europa.
Bilder: NASA's Planetary
Photojournal
Bild 1: Schnitt in Kallistos Inneres
Kontakt: Jane Platt
Büro für Öffentlichkeitsarbeit des
Laboratoriums für Strahlantriebe (JPL) am
Kalifornischen Institut für Technologie (CalTech) der
Nationalen Luft- und Raumfahrtverwaltung (NASA)
Pasadena, Kalifornien, USA
http://www.jpl.nasa.gov
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Und hier noch der obligatorische Hinweis auf
die Präambel meiner Seiten, und daß
die Inhalte dieser Seite keine Meinungsäußerung der RWTH-Aachen
darstellen.
letzte Änderung am 26. Oktober MCMXCVIII