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Nachrichten aus der "Realität" |
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Madison,
US-Bundesstaat Wisconsin - Schon lange wurde vermutet, daß Jupitermond
Io ein enormer elektrischer Generator sei, mit einer Leistungsabgabe von
mehr als einer Billion Watt, mehr als von allen amerikanischen Kraftwerken
zusammen produziert wird. Spannungen von mehr als 400.000 Volt werden über
Io erzeugt, während das schnell rotierende Magnetfeld Jupiters über
den Satelliten hinweg fegt, ein ähnlicher Prozess, wie in der Lichtmaschine
eines Automobils. Wissenschaftler fanden erste Anzeichen von Ios erstaunlicher
elektrischer Energieproduktion in Radioemissionen und später in grellen
Flecken nahe der Pole des großen Nachbarn Jupiter, in denen große
Mengen dieser Energie abgeleitet wird. Eine neue Aufnahme Ios der NASA-Raumsonde
Galileo zeigt den Mond glühend in der Dunkelheit von Jupiters Schatten,
was Licht auf den seltsamen Mechanismus von Ios elektrischer Energieproduktion
und der Wechselwirkung mit seiner vulkanisch erzeugten Atmosphäre
werfen könnte. Diese neuen Ergebnisse wurden am 13. Oktober 1998 auf
dem 30. Jahrestreffen der Abteilung für Planetenwissenschaften der
Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft in Madison, US-Bundesstaat Wisconsin
von Dr. Paul Geissler vorgestellt. Dr. Geissler ist Mitarbeiter des Lunaren
und planetaren Laboratoriums der Universität von Arizona und dem Galileo-Bilderfassungs-Teams
angeschlossen.
Das neue Bild zeigt Io im sichtbaren Wellenlängenbereich (Rot,
Grün und Violett) und repräsentiert das erste sichtbare Farbportrait
des Mondes während einer Verfinsterung. Wenn auch Oberflächeneinzelheiten
nicht erkennbar sind, können doch Gase über der Satellitenoberfläche
gesehen werden, die in leuchtenden roten, grünen und blauen Farbtönen
glühen, wie sie vorher noch nicht auf Film gebannt wurden. Diese Farben
entstehen, wenn Ios atmosphärische Gase von energetisch geladenen
Partikeln getroffen werden, die in Jupiters Magnetfeld gefangen sind. Die
Einschläge laden die Gase elektrisch auf und sind die Ursache für
die optischen Emissionen, die Aurorae bilden, ähnlich solchen, wie
sie am irdischen Nachthimmel sichtbar sind (->Polarlichter). Die verschiedenen
Farben kennzeichnen bestimmte Emissionsarten, hervorgerufen teils durch
Variationen in der Gaszusammensetzung an verschiedenen Orten auf Io, teils
durch Unterschiede in der energetischen Anregung der Gase. Das grüne
Leuchten nahe der Mitte der Mondscheibe deutet auf eine Konzentration von
Gasen (möglicherweise Sauerstoff) auf der stromabwärts gewandten
Seite Ios, die dort, sozusagen im Kielwasser von Jupiters Magnetfeld, angehäuft
wurden. Das helle rote Leuchten entlang Ios nördlichem Rand könnte
ebenfalls von Sauerstoff, der auf einer anderen Wellenlänge emittiert,
aber auch von Wasserstoff oder Natrium herrühren; für die Identifikation
sind genauere Spektralanalysen erforderlich. Das rote „Astleuchten“ ist
in der Nordpolarregion Ios erheblich stärker als im Süden und
variiert mit dem sich änderndern Neigungswinkel des äußeren
Magnetfeldes.
Die interessantesten Auroren aber sind die helle blauen, die man
an den Seiten des Satelliten sehen kann. An diesen Stellen ist der „Generator“
elektrisch mit dem Jupiter verbunden.Große Ströme fließen
entlang der Magnetfeldlinienvon diesen Punkten zu Jupiters Nord- und Südpolarregionen,
wo sie dessen Ionosphäre in kleinen Flecken, die »Fußabdrücke«
genannt werden, aufleuchten lassen. Helle optische Emissionen im ultravioletten
und sichtbaren Licht konnten im Bereich der »Fußabdrücke«
von Galileo, dem Hubble-Weltraumteleskop und erdgebundenen Beobachtern
festgestellt werden, was darauf hinweist, daß ein großer
Teil der auf Io erzeugten Energie in den Fußabdrücken auf Jupiter
verbraucht wird. Die Fußabdrücke sind vergleichbar mit Glühleuchten,
die mit einem Stromgenerator (Io) mittels Drähten (Magnetfeldlinien)
verbunden sind. Das helle blaue Leuchten, daß auf Io während
einer Finsternis beobachtet werden konnte, wird verursacht durch den Fluß
dieser Ströme durch Regionen reich an Schwefeldioxid-Gasen, die von
aktiven Vulkanen, wie Acala und Prometheus, ausgestoßen werden. Die
Eruptionswolken, die von der elektrischen Aktivität zum Leuchten angeregt
werden, sind auf der dem Jupiter zugewandten und der abgewandten Seite
Ios zu finden. Dieses außergewöhnliche Lichtspiel zeigt Veränderungen
über die Zeit, abhängig von den Schwankung von Jupiters äußerem
Magnetfeld und Änderung in der vulkanischen Aktivität auf Ios
Oberfläche.
Bild: NASA(1);
Weitere Bilder und Informationen sind einsehbar unter
http://www.jpl.nasa.gov/galileo
http://www.jpl.nasa.gov/galileo/sepo
(für höhere Auflösung)
Und hier noch der obligatorische Hinweis auf
die Präambel meiner Seiten, und daß
die Inhalte dieser Seite keine Meinungsäußerung der RWTH-Aachen
darstellen.
letzte Änderung am 19. Oktober MCMXCVIII