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Nachrichten aus der "Realität" |
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Jupiters
kompliziert herumwirbelndes Ringsystem wurde, den Wissenschaftlern, die
die Daten der NASA-Raumsonde Galileo auswerten, zufolge, aus Staub gebildet,
der nach Einschlägen interplanetarer Meteoriten von Jupiters vier
inneren Monden weggeschleudert wurde. Die von Galileo herabgesendeten Bilder
enthüllen auch, daß der äußerste Ring in Wirklichkeit
aus zweien besteht, der Eine eingebettet in den Anderen.
Diese Ergebnisse wurden heute von Wissenschaftlern der Cornell-Universität
in Ithaca, US-Bundesstaat New York, und von den Nationalen
Optische-Astronomie-Observatorien(NOAO) in Tuscon, US-Bundesstaat Arizona,
bei einer Pressekonferenz in der Cornell-Universität bekannt gegeben.
Cornell-Astronom Dr. Joseph Burns, der zusammen mit Maureen Ockert-Bell
und Dr. Joseph Veverka von Cornell und Dr. Michael Belton vom NOAO, über
die ersten detaillierten Analysen eines Planeten-Ringsystem berichtete,
meinte, daß man nun die Quelle des Jupiter-Ringsystems kenne und
wisse, wie es funktioniere.
Ringe seien ein wichtiges dynamische Laboratorium, in dem man sehen
kann, wie die Prozesse ablaufen, die vor Milliarden Jahren aus einer abgeflachten
Scheibe aus Gas und Staub unser Sonnensystem gebildet haben. Ferner stehen
möglicherweise ähnlich dünne Ringe der anderen großen
Planeten mit vielen ihrer kleinen Monde in Zusammenhang. So erwartet man
ähnliche Prozesse auch bei Saturn und den anderen Riesenplaneten zu
sehen.
In den späten 70ern enthüllten die zwei Voyager-Raumsonden
der NASA als erste die Struktur der Jupiterringe: ein flacher Hauptring
und ein innerer, wolkenartiger Ring, Halo genannt, beide bestehend aus
kleinen dunklen Partikeln. Ein Voyager-Photo schien auf einen weiteren
, schwachen, äußeren Ring hinzuweisen. Neueste Galileo-Daten
zeigten, daß dieser dritte Ring, der aufgrund seiner Transparenz
"Spinnfadenring" genannt wird, aus zwei Ringen besteht. Einer ist eingebettet
in den Anderen und beide bestehen aus Mikropartikeln der zwei inneren Monde
Amalthea und Thebe.
Burns sagte, daß man zum ersten Male sehen konnte, wie der
Staub von Amalthea und Thebe zum Spinnfadenring treibt und daß man
heute glaubt, daß der Staub des Hauptrings von Metis und Adrastea
stammt. Die Struktur des Spinnfadenrings hätte man so überhaupt
nicht erwartet, und diese Bilder lieferten eine der bedeutsamsten Entdeckungen
des gesamten Galileo-Kamera-Experimentes.
Galileo hat während drei Jupiterumläufen in 1996 und 1997
drei Dutzend Bilder von den Ringen und der kleinen Monde geschossen. Die
vier Monde zeigen "bizarre Oberflächen nicht bestimmbarer Zusammensetzung,
die sehr dunkel, rot und schwer mit Kratern von Meteoriteneinschlägen
übersät" sind. Die Ringe beeinhalten kleinste Partikel, die an
dunklen, rötlichen Ruß erinnern lassen. Anders als bei Saturn's
Ringen, gibt es hier aber keine Anzeichen für Eis in den Jupiterringen.
Wissenschaftler
glauben nun, daß, wenn einer der kleineren inneren Monde von Meteoriten
oder Fragmenten von Asteroiden oder Kometen getroffen wird, der Staub von
der Oberfläche hochgeschleudert wird und zwar mit Geschwindigkeiten,
die noch von Jupiters starkem Schwerefeld zusätzlich stark erhöht
werden; dies ist in etwa vergleichbar mit einer Wolke Kreidestaub, die
aufsteigt, wenn zwei Tafellappen zusammengeschlagen werden. Gerade die
kleinen Monde sind aufgrund ihrer relativen Nähe zum großen
Planeten besonders verwundbare Ziele.
Bei diesen Einschlägen sind die Meteoriten so schnell, daß
sie sich tief in den Mond eingraben, dort verdampfen und explodieren, so
daß Schutt mit so hoher Geschwindigkeit weggeschleudert wird, daß
er das Schwerefeld des Satelliten verläßt. Ist der Mond aber
zu groß, reicht die Geschwindigkeit der Staubteilchen meist nicht
aus, um das Schwerefeld zu überwinden. Mit einem Durchmesser von nur
8 km und einem Orbit, der direkt an der Peripherie des Hauptrings liegt,
ist die winzige Adrastea perfekt für diese "Arbeit" geeignet.
Indem die Staubteilchen von der Oberfläche weggesprengt werden,
treten sie in Umlaufbahnen ein, die denen ihrer Ursprungssatelliten sehr
ähnlich sind, sowohl in ihren Außmaßen, als auch in ihrem
Anstellwinkel zu Jupiter's Äqatorialebene. Eine gekippte Umlaufbahn
"eiert" um den Äquator des Planeten herum, so etwa wie ein Hula-Hoop-Reifen
um die Hüfte herum wandert. Bei dieser Nähe zum Jupiter wandern
diese Umlaufbahn in nur wenigen Monaten um den Planeten herum.
Jupiter's Durchmesser beträgt annähernd 143.000 km . Das
Ringsystem beginnt in einer Enfernung von ungefähr 92.000 km von Jupiter's
Mittelpunkt und erstreckt sich bis zu einer Entfernung von 250.000 km vom
Planeten.
Galileo umrundet Jupiter und seine Monde seit nunmehr 2 1/2 Jahren
und befindet sich mitten in einer zweijährigen erweiterten Mission,
der "Galileo Europa Mission". Die Galileo-Mission wird vom JPL
für das NASA-Büro für Weltraumwissenschaften in Washington,
D.C. verwaltet. JPL ist eine Abteilung der CalTech, Pasadena, US-Bundesstaat
Kalifornien. Die neuen Bilder und weitere Informationen über diese
Entdeckung und die Galileo-Mission, sind im Internet unter den folgenden
Webseiten einsehbar:
http://www.jpl.nasa.gov/galileo
http://photojournal.jpl.nasa.gov
http://www.news.cornell.edu/releases/sept98/jupiter_rings.html
Und hier noch der obligatorische Hinweis auf
die Präambel meiner Seiten, und daß
die Inhalte dieser Seite keine Meinungsäußerung der RWTH-Aachen
darstellen.
letzte Änderung am 21. September MCMXCVIII