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15. September 1998
Galileo enthüllt: Ringe des Jupiter bestehen aus Staub seiner kleineren Monde

Jupiters RingsystemJupiters kompliziert herumwirbelndes Ringsystem wurde, den Wissenschaftlern, die die Daten der NASA-Raumsonde Galileo auswerten, zufolge, aus Staub gebildet, der nach Einschlägen interplanetarer Meteoriten von Jupiters vier inneren Monden weggeschleudert wurde. Die von Galileo herabgesendeten Bilder enthüllen auch, daß der äußerste Ring in Wirklichkeit aus zweien besteht, der Eine eingebettet in den Anderen.
Diese Ergebnisse wurden heute von Wissenschaftlern der Cornell-Universität in Ithaca, US-Bundesstaat New York, und von den Nationalen Optische-Astronomie-Observatorien(NOAO) in Tuscon, US-Bundesstaat Arizona, bei einer Pressekonferenz in der Cornell-Universität bekannt gegeben.
Cornell-Astronom Dr. Joseph Burns, der zusammen mit Maureen Ockert-Bell und Dr. Joseph Veverka von Cornell und Dr. Michael Belton vom NOAO, über die ersten detaillierten Analysen eines Planeten-Ringsystem berichtete, meinte, daß man nun die Quelle des Jupiter-Ringsystems kenne und wisse, wie es funktioniere.
Ringe seien ein wichtiges dynamische Laboratorium, in dem man sehen kann, wie die Prozesse ablaufen, die vor Milliarden Jahren aus einer abgeflachten Scheibe aus Gas und Staub unser Sonnensystem gebildet haben. Ferner stehen möglicherweise ähnlich dünne Ringe der anderen großen Planeten mit vielen ihrer kleinen Monde in Zusammenhang. So erwartet man ähnliche Prozesse auch bei Saturn und den anderen Riesenplaneten zu sehen.
In den späten 70ern enthüllten die zwei Voyager-Raumsonden der NASA als erste die Struktur der Jupiterringe: ein flacher Hauptring  und ein innerer, wolkenartiger Ring, Halo genannt, beide bestehend aus kleinen dunklen Partikeln. Ein Voyager-Photo schien auf einen weiteren , schwachen, äußeren Ring hinzuweisen. Neueste Galileo-Daten zeigten, daß dieser dritte Ring, der aufgrund seiner Transparenz "Spinnfadenring" genannt wird, aus zwei Ringen besteht. Einer ist eingebettet in den Anderen und beide bestehen aus Mikropartikeln der zwei inneren Monde Amalthea und Thebe.
Burns sagte, daß man zum ersten Male sehen konnte, wie der Staub von Amalthea und Thebe zum Spinnfadenring treibt und daß man heute glaubt, daß der Staub des Hauptrings von Metis und Adrastea stammt. Die Struktur des Spinnfadenrings hätte man so überhaupt nicht erwartet, und diese Bilder lieferten eine der bedeutsamsten Entdeckungen des gesamten Galileo-Kamera-Experimentes.
Galileo hat während drei Jupiterumläufen in 1996 und 1997 drei Dutzend Bilder von den Ringen und der kleinen Monde geschossen. Die vier Monde zeigen "bizarre Oberflächen nicht bestimmbarer Zusammensetzung, die sehr dunkel, rot und schwer mit Kratern von Meteoriteneinschlägen übersät" sind. Die Ringe beeinhalten kleinste Partikel, die an dunklen, rötlichen Ruß erinnern lassen. Anders als bei Saturn's Ringen, gibt es hier aber keine Anzeichen für Eis in den Jupiterringen.
Die Struktur der Jupiterringe und die inneren MondeWissenschaftler glauben nun, daß, wenn einer der kleineren inneren Monde von Meteoriten oder Fragmenten von Asteroiden oder Kometen getroffen wird, der Staub von der Oberfläche hochgeschleudert wird und zwar mit Geschwindigkeiten, die noch von Jupiters starkem Schwerefeld zusätzlich stark erhöht werden; dies ist in etwa vergleichbar mit einer Wolke Kreidestaub, die aufsteigt, wenn zwei Tafellappen zusammengeschlagen werden. Gerade die kleinen Monde sind aufgrund ihrer relativen Nähe zum großen Planeten besonders verwundbare Ziele.
Bei diesen Einschlägen sind die Meteoriten so schnell, daß sie sich tief in den Mond eingraben, dort verdampfen und explodieren, so daß Schutt mit so hoher Geschwindigkeit weggeschleudert wird, daß er das Schwerefeld des Satelliten verläßt. Ist der Mond aber zu groß, reicht die Geschwindigkeit der Staubteilchen meist nicht aus, um das Schwerefeld zu überwinden. Mit einem Durchmesser von nur 8 km und einem Orbit, der direkt an der Peripherie des Hauptrings liegt, ist die winzige Adrastea perfekt für diese "Arbeit" geeignet.
Indem die Staubteilchen von der Oberfläche weggesprengt werden, treten sie in Umlaufbahnen ein, die denen ihrer Ursprungssatelliten sehr ähnlich sind, sowohl in ihren Außmaßen, als auch in ihrem Anstellwinkel zu Jupiter's Äqatorialebene. Eine gekippte Umlaufbahn "eiert" um den Äquator des Planeten herum, so etwa wie ein Hula-Hoop-Reifen um die Hüfte herum wandert. Bei dieser Nähe zum Jupiter wandern diese Umlaufbahn in nur wenigen Monaten um den Planeten herum.
Jupiter's Durchmesser beträgt annähernd 143.000 km . Das Ringsystem beginnt in einer Enfernung von ungefähr 92.000 km von Jupiter's Mittelpunkt und erstreckt sich bis zu einer Entfernung von 250.000 km vom Planeten.
Galileo umrundet Jupiter und seine Monde seit nunmehr 2 1/2 Jahren und befindet sich mitten in einer zweijährigen erweiterten Mission, der "Galileo Europa Mission". Die Galileo-Mission wird vom JPL für das NASA-Büro für Weltraumwissenschaften in Washington, D.C. verwaltet. JPL ist eine Abteilung der CalTech, Pasadena, US-Bundesstaat Kalifornien. Die neuen Bilder und weitere Informationen über diese Entdeckung und die Galileo-Mission, sind im Internet unter den folgenden Webseiten einsehbar:
http://www.jpl.nasa.gov/galileo
http://photojournal.jpl.nasa.gov
http://www.news.cornell.edu/releases/sept98/jupiter_rings.html

 
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Und hier noch der obligatorische Hinweis auf die Präambel meiner Seiten, und daß die Inhalte dieser Seite keine Meinungsäußerung der RWTH-Aachen darstellen.
 
letzte Änderung am 21. September MCMXCVIII