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22. Februar 1999
Mars Global Surveyor erreicht entgültigen Beobachtungsorbit
Die NASA-Raumsonde Mars Global Surveyor wird innerhalb der nächsten zwei Wochen mit ihrer primären Kartographierungsmission beginnen, nachdem sie am 19. Februar um 23:20Uhr MEZ durch den kurzzeitigen Betrieb ihres Haupttriebwerkes in den entgültigen, nahezu kreisförmigen, sonnensynchronen Orbit um den roten Planeten gebracht wurde.
Dieses abschließende Feuern des Raketenmotors für den Übergang in den Beobachtungsorbit, senkte Global Surveyors kürzeste Entfernung über dem Mars von 405 auf 367 km ab. In der zweiten Wochenhälfte wird das Flugteam die Kamera des Raumfahrzeugs einschalten, fokussieren und kalibrieren, sowie mehrere andere wissenschaftliche Instrumente, wie das Wärmeemissions-Spektrometer und den Laser-Höhenmesser, hochfahren.
Dr. Arden Albee, Projektwissenschaftler für die MGS-Mission am kalifornischen Institut für Technologie in Pasadena, meinte, daß es inzwischen ziemlich lange gedauert habe, bis endlich der entgültige Orbit erreicht wurde. Man sei jetzt sehr erfreut, daß man letztendlich in der Lage sei, das durchzuführen, wofür diese Mission eigentlich konzipiert war, nämlich im richtigen Beobachtungsorbit den Mars zu untersuchen, mit Geräten die mit voller Leistungsfähigkeit arbeiten.
Der Beobachtungsorbit Surveyors ist so gestaltet, daß die Sonde in jedem Umlauf eine bestimmte Stelle auf dem Mars immer zur selben lokalen Marszeit überfliegt. D.h. daß Surveyor um 2 Uhr nachmittags lokaler Marszeit den Marsäquator in nördliche Richtung, und um 2 Uhr nachts in südlicher Richtung auf der Nachtseite überqueren wird. Dieses Timing ist ausschlaggebend für eine korrekte Interpretation der atmospärischen und Oberflächenmessungen, weil dies den Wissenschaftlern erlaubt, lokale tägliche Schwankungen von langzeitlichen saisonalen und jährlichen Schwankungen zu trennen.
In den nächsten Wochen müssten immer noch ein paar Feineinstellungen für die Umlaufbahn vorgenommen werden, erklärte Glenn E. Cunningham, stellvertretender Direktor des Mars-Explorations-Programms am Laboratorium für Strahlantriebe (JPL) der NASA in Pasadena, US-Bundesstaat Kalifornien. Im Augenblick plane man die ersten drei einwöchigen Beobachtungszyklen noch mit der verstauten Hochleistungsantenne Surveyors durchzuführen. Dannach will man die Antenne entfalten und die Beobachtung in dieser Konfiguration fortsetzen.
Gestartet im November 1996 und in der Marsumlaufbahn seit September 1997 transportiert Mars Global Surveyor eine tellerförmige Hochleistungsantenne mit sich, die an einem zwei Meter langen Mast entfaltet werden soll. Die Antenne war während des Starts und während der frühen Orbitphase verstaut, um die Wahrscheinlichkeit zu verringern, daß sie durch den Abgasstrahl vom Haupttriebwerk des Raumfahrzeugs verunreinigt werden kann.
Während des Entfaltungsvorgangs wird der Mast von einer kräftigen Feder herausgedrückt. Ein Dämpfungsmechanismus puffert die Kraft der Feder ab und begrenzt die Ausfahrgeschwindigkeit, so in etwa wie der Stoßdämpfer beim Auto oder wie ein Türschließer die Schließgeschwindigkeit der Tür begrenzt. Im Letzten Jahr wurden die Ingenieure auf Probleme mit ähnlichen Dämfungseinrichtungen bei entfaltbaren Strukturen, wie Solarzellenpaneele, auf anderen Raumfahrzeugen aufmerksam.
Solange wir die Antenne noch nicht ausgefahren haben, müsse man das Raumfahrzeug immer wieder zur Erde drehen, um Daten hierher zu übertragen, erläuterte Cunningham. Dies bedeute, daß man die Meßphasen periodisch unterbrechen müsse. Der Vorteil, den man durch das Ausfahren der Antenne erhält, bestehe nun darin, daß man durch ihre kardanische Aufhängung in der Lage sei, die Daten der auf den Mars gerichteten Instrumente praktisch im gleichen Augenblick zur Erde zu senden, ohne sie zwischenspeichern zu müssen.
Der Beginn der erste Phase der primären Kartographierungsmission ist für den 8. März vorgesehen; das Ausfahren der Hochleistungsantenne im Augenblick für den 29. März, das Einverständnis der hauptverantwortlichen NASA-Funktionäre Mitte März vorausgesetzt.
Mars Global Surveyor ist die erste Mission in einem Langzeitprogramm zur Erforschung des Mars, das Mars Surveyor Programm genannt wird und vom NASA-Büro für Weltraumwissenschaften in Washington, D.C., unterhalten wird. JPL’s Partner in der Industrie ist Lockheed Martin Astronautics in Denver, US-Bundesstaat Colorado, die das Raumfahrzeug entwickelt und bisher betrieben haben. Das JPL ist eine Abteilung des kalifornischen Institutes für Technologie.
Weitere Informationen über die Mission, einschließlich eines Links zu den bisherigen Top-10-Marsaufnahmen von Mars Global Surveyor, gibt es im Internet unter http://mars.jpl.nasa.gov/mgs/

Quelle: Mary Hardin, Media Relations Office, Jet Propulsion Laboratory


28. August 1998
Mars Global Surveyor beendet 500. Marsumlauf

Ein größerer Meilenstein wurde am 18. August erreicht, als das Flugteam des Mars Global Surveyor Projektes Surveyors 500. Marsumkreisung feierte. Inzwischen hat die Sonde mehr als 520 Umläufe absolviert und fährt damit fort, nahezu 500 Megabit pro Tag an wissenschaftlichen Daten zur Erde zu übertragen. Seit Beginn der wissenschaftlichen Beobachtungen Anfang Mai, die den ganzen Sommer, während der Unterbrechung der Atmosphärenbremsmanöver, andauern, wurden so bislang in 200 Umläufen wertvolle Daten von Surveyors Instrumenten gesammelt.
Die wissenschaftlichen Aktivitäten im August erzielten ihren Höhepunkt durch die erfolgreiche Beobachtung des Marsmondes Phobos bei zwei Gelegenheiten in der ersten Monatshälfte. Dieser winzige Satellit umkreist den Planeten einmal alle 7,7 Stunden und ist ein kartoffelförmiger Felsen von der Größe Manhattens. Während der nächsten Annäherungen kurz nach Durchfliegen der Tiefpunkte der Orbits 476 und 501, wurde das Raumfahrzeug angewiesen, seine wissenschaftlichen Instrumente über den Mond streifen zu lassen, um detaillierte Bilder zu erhalten.
Die Planungsaktivitäten, die einen Erfolg dieser Beobachtungen sicherstellen sollten, wurden durch die Tatsache verkompliziert, daß in den letzten neun bis zehn Jahren keine Beobachtung Phobos' stattgefunden hat, mit der man den Orbit genauer hätte bestimmen können. Dieses Fehlen von aktuellen und präzisen Positionsdaten erhöhte die Schwierigkeit, Surveyor's Instrumente korrekt auszurichten, in signifikanter Weise. Nachdem diese Aufnahmen aber erfolgreich geschossen waren, bestätigte Chefnavigator Dr. Pat Esposito, daß sich Phobos weniger als einen Kilometer von der vorhergesagten Position befunden hatte. Bilder und wissenschaftliche Ausführungen zu diesen zwei Beobachtungen und einer dritten vom 31. August, werden am 10. September zusammen mit einer Presseerklärung veröffentlicht werden. Die Aufnamen werden ab diesem Tag auch im Internet verfügbar sein.
Zur Zeit bereitet sich das Flugteam intensiv auf die vorübergehende Einstellung der wissenschaftlichen Tätigkeiten und die Wiederaufnahme des atmosphärischen Bremsprozesses vor. Das erste Maneuver, das den Tiefpunkt der Umlaufbahn in die obersten Schichten der Marsatmosphäre absenken soll, ist für den frühen Morgen des 14. September vorgesehen. Für die folgenden fünf Monate wird Surveyor wiederholt durch die Marsatmosphäre fliegen und den Luftwiderstand nutzen, um die Ausmaße seines Orbits allmählich zusammenschrumpfen zu lassen. Das Ziel ist, die Umlaufzeit von ihrem augenblicklichen Wert von 11,6 Stunden auf unter zwei Stunden zu reduzieren. Laut Plan soll dann im April nächsten Jahres von diesem zwei-Stunden-Orbit aus der globale Kartographierungsbetrieb aufgenommen werden.
Nach einer Missionsdauer von 659 Tagen seit dem Start ist Surveyor 359.43 Millionen Kilometer von der Erde entfernt in einer Umlaufbahn um den Mars, deren Hochpunkt 17.861 km und deren Tiefpunkt 173,8 km über der Marsoberfläche liegt, bei einer Umlaufzeit von 11,6 Stunden. Das Raumfahrzeug führt zur Zeit die Kommandosequenz P517 aus und alle Systeme funktionieren weiterhin wie erwartet.

Bild: Landestelle von Mars Pathfinder, aufgenommen von Mars Global Surveyor am 4.Juli 1998

weitere Informationen auf der Mars Global Surveyor Homepage.

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Und hier noch der obligatorische Hinweis auf die Präambel meiner Seiten, und daß die Inhalte dieser Seite keine Meinungsäußerung der RWTH-Aachen darstellen.

letzte Änderung am 2. März MCMXCIX