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2. Juli 1998

Wissenschaftler finden die heißesten Oberflächenstellen auf dem Jupitermond Io

Io von nahemEine Hälfte von IoDie heißesten Stellen auf der Oberfläche eines Himmelskörpers unseres Sonnensystems (abgesehen von unserer Sonne) haben Wissenschaftler jetzt auf dem Jupitermond Io (links im Bild) entdeckt. Der schon seit dem Vorbeiflug der NASA-Raumsonde "Voyager" als vulkanisch sehr aktiv bekannte Mond zeigte nun nach Messergebnissen der Raumsonde Galileo, die sich in einer Umlaufbahn um den größten Planeten des Sonnensystems befindet, daß seine Lava eine Temperatur aufweist, die heißer ist, als alles, was in den letzten paar Milliarden Jahren jemals aus dem Erdinneren ausgeworfen wurde. An mindestens zwölf verschiedenen Stellen wurde Lava mit einer Temperatur von bis zu über 2000°K aus dem Io-Inneren herausgeschleudert, bis zu dreimal heißer, als die heißeste von Hot Spots auf Ioder Sonne beschienene Oberfläche auf dem sonnennächsten Planeten Merkur und mehr als doppelt so heiß wie wie die 1979 von Voyager gemessenen Temperaturen an Ios Oberfläche. Normalerweise rangiert die Oberflächentemperatur Ios weit unter dem Gefrierpunkt, außer an diesen sogenannten "Hot Spots". Die hohen Lavatemperaturen lassen nun darauf schließen, daß die Lava in großem Maße aus schweren Elementen wie Magnesium und Silizium besteht und nicht, wie aufgrund der Voyager-Daten vermutet wurde, auf Schwefel aufbaut. Dies wirft neue Fragen über die Zusammensetzung Ios auf, da üblicherweise die schweren Bestandteile des Magmas dazu neigen, zum Kern zu sinken und die leichten, früher zu schmelzen und durch Öffnungen in der Oberfläche ausgestoßen zu werden. Dieser Prozess wird Differentiation genannt. Ios intensiver Vulkanismus läßt eine hohe Differentiation erwarten und die hohen Temperaturen lassen vermuten, das schweres, dichtes Magma an die Oberfläche geworfen wird, obwohl es für dichtes Material schwieriger ist,Io durch eine weniger dichte Kruste aufzusteigen, obgleich dieses auch schon auf unserem Mond geschehen ist. Möglicherweise gibt es einen Prozess, der die Kruste in Ios Innerem zusammenmischt und ihr so eine höhere Dichte gibt. Auf der Erde bewegen sich die tektonischen Platten langsam über die Oberfläche, bilden in den mittelozeanischen Gräben neue Kruste und recyclen ozeanische Kruste zurück in den Erdmantel, genau  da, wo zwei Platten aufeinanderstoßen, und sich über- und untereinander schieben. Die Vorgänge auf Io dagegen können bislang noch nicht befriedigend von den Wissenschaftlern erklärt werden.
 
 
 
 
Quelle: Carol Morton, Brown University News Bureau, Providence, Rhode Island, USA
Photos: NASA's Planetary Photojournal, NASA/JPL/CALTECH, DLR
Kontakt: Alfred McEwen, James Head
Weitere Informationen:
Galileo-Website des JPL
http://www.lpl.arizona.edu/faculty/mcEwan.html
http://porter.geo.brown.edu/planetary/
 
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Und hier noch der obligatorische Hinweis auf die Präambel meiner Seiten, und daß die Inhalte dieser Seite keine Meinungsäußerung der RWTH-Aachen darstellen.
 
letzte Änderung am 28. August MCMXCVIII