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8. Juli 1998
Astronomen entdecken ein dem Sonnensystem ähnliches Sternsystem
Ein internationales Team von Astronomen vom Joint Astronomy Center auf Hawaii, der Universität von Kalifornien in Los Angeles und dem Royal Observatory in Edinburgh haben um den rund zehn Lichtjahre entfernten Stern Epsilon Eridani einen Ring aus Staubpartikeln entdeckt, der anzeigt, daß dieses Sternsystem dem unseren ähnelt. Der Ring ähnelt in frappierender Weise der äußeren Kometenzone in unserem Sonnensystem und zeigt eine besonders helle Region, die möglicherweise Partikel darstellen, die um einen jungen Planeten gefangen sind.
Wega im RadiospektrumBereits im April wurden mit dem "Submillimetre Common-User Bolometer Array" (SCUBA) um die wesentlich heißeren Sterne Wega und Fomalhaut Staubscheiben entdeckt, doch ist die Entdeckung einer solchen um Eps Eri wesentlich interessanter, da dieser Stern unserer Sonne viel mehr ähnelt und quasi eine jüngere Variante darstellt. Dieser Stern ist ein hochgehandelter Kandidat für ein Planetensystem, aber es ist sehr unwahrscheinlich, daß sich dort bereits Leben entwickelt haben könnte. Eps Eri ist vermutlich erst zwischen 500 Millionen und 1 Milliarde Jahre alt, unsere Sonne dagegen bereits 4,5 Milliarden Jahre. In ihrer Frühzeit wurden die Planeten einem massiven Bombardement aus Asteroiden und Kometen ausgesetzt, bis die Schwerkraft von Jupiter und Saturn den inneren Bereich des Sonnensystem von diesen Himmelskörpern leergefegt hatte. Leben konnte sich auf der Erde wohl erst nach dieser Ära schwerer Bombardierung entwickeln. Epsilon Eridani scheint sich zur Zeit in genau dieser Phase zu befinden, und die Wissenschaftler befinden sich allesamt in heller Aufregung darüber, daß sie in der Lage sind dies zu beobachten, denn es ist eine Sache, etwas zu erwarten, aber eine andere, genau das dann auch beobachten zu können.
 Epsilon Eridani ist ein für das bloße Auge bereits deutlich sichtbarer Stern in gut 10 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Eridanus, das sich vom Fuß des Orion ( nahe dem Hauptstern Rigel) bis hin zum Stern Achernar weit im Süden (von Europa aus nicht sichtbar) erstreckt. Eps Eri gehört zu den 10 unserer Sonne nächstgelegen Sterne und war zusammen mit Tau Ceti eines der ersten Ziele, die der Astronom Frank Drake auf der Suche nach extraterrestrischem Leben im Zuge seines SETI-Programms angepeilt hatte.
EpsEri im Radiospektrum Was man nun wirklich entdeckt hat, ist eine Region, angefüllt von Staubpartikeln, die man für die Überreste von Kometen hält und in vieler Hinsicht dem sogenannten "Kuiper-Gürtel" unseres Sonnensystems ähnelt. Der Kuiper-Gürtel ist eine Region hinter der Plutobahn, die über 70.000 große und hunderte Millionen kleiner Kometen und Asteroiden beheimatet. Auch Pluto und sein kleiner Mond Charon werden aufgrund ihrer Umlaufbahn inzwischen eher zu den größeren Kuiper-Objekten, als zum eigentlichen Planetensystem gezählt. Epsilon Eridanis innere Region beinhaltet nun etwa 1000 mal mehr Staub als die in unserem System, was auch die tausendfache Anzahl an Kometen bedeutet, wodurch klar wird, daß dieses Sternsystem zur Zeit das Gleiche durchmacht, wie unser Sternsystem vor vier Milliarden Jahren.
 Die Bedeutung dieser Entdeckung ist nun, daß man ein Sternsystem gefunden hat, das dem unsrigen in vielen Dingen ähnelt, und an dem wir die Geschichte unseres Sonnensystem mitverfolgen können. Außerdem impliziert die Entdeckung eines solchen Systems, daß es noch andere geben könnte. Eps Eri ist viel zu jung, als daß es selbst primitives Leben beherbergen könnte, aber es könnte durchaus noch andere, mehrere Milliarden Jahre ältere Systeme geben, die bessere Unser Sonnensystem von EpsEri aus gesehenKandidaten für die Suche nach Leben sind. Obwohl die Astronomen bisher noch kein Sternsystem im richtigen Alter und der richtigen Atmosphäre, um Leben zu unterstützen, entdecken konnten, sind sie diesem Ziel doch schon ein gutes Stück näher gerückt. Denn eine Region um einen Stern, die nahezu von Staub und Gas evakuiert ist, deutet darauf hin, daß sich Planeten gebildet haben. Die Anwesenheit von Planeten ist die wohl wahrscheinlichste Erklärung für die Abwesenheit von Staub, weil diese den Staub bei ihrer Bildung wie ein Staubsauger absorbieren. So ist wohl auch der helle Fleck auf den Radio-Bildern zu erklären ( die Aufnahmen wurden mit dem 15-Meter-Radioteleskop des Mauna Kea Observatoriums in Hilo auf der Insel Hawaii, bei Wellenlängen unter einem Millimeter gewonnen), der vermutlich ein sich bildender Planet ist, der den Staub um sich herum konzentriert und verwirbelt, oder es könnte auch ein Überbleibsel einer größeren Kometenkollision sein. Tatsächlich hat man bei der Simulation des Verhaltens von kosmischem Staub in Erdnähe ein Bild erhalten, daß den Aufnahmen von Eps Eri verblüffend ähnelte.
 
Bilder: JAC/UCLA(3)
   Bild 1: Falschfarbenwiedergabe der SCUBA-Aufnahme von Wega (Durchmesser des Sonnensystems als Referenz);
   Bild 2: Falschfarbenwiedergabe der SCUBA-Aufnahme von Epsilon Eridani (Plutobahn als Referenz);
   Bild 3: So sähe unser Sonnensystem für einen Betrachter von Epsilon Eridani in einem optischen Fernrohr aus.
 
 Kontakt: Jane Graves (JAC), jsg@jach.hawaii.edu;
 US-Presse-Verbindung: Stuart Wolpert (UCLA), stuartw@college.ucla.edu;
 UK-Presse-Verbindung: Helen Walker (RAL), hjw@ast.star.rl.ac.uk
 
 weitere Infos unter http://www.jach.hawaii.edu/News/kbelt.html
 
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Und hier noch der obligatorische Hinweis auf die Präambel meiner Seiten, und daß die Inhalte dieser Seite keine Meinungsäußerung der RWTH-Aachen darstellen.
 
letzte Änderung am 28. August MCMXCVIII