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10. Juli 1998
Erste europäische Nutzlast für weltweiten E-Mail-Verkehr gestartet
 
 Am 10. Juli wurde vom russischen Weltraum-Bahnhof Baikonur in Kasachstan mit einer ZENIT-Trägerrakete ESA's LLMS (Little LEO Messaging System - kleines, die Erde auf niedriger Umlaufbahn umkreisendes, Nachrichtenübermittlungssystem) mit dem russischen Erdbeobachtungssatteliten "Resours-N4" gestartet.
Diese neue Telekommunikationsnutzlast wird einen weltweiten kommerziellen elektronischen Briefzustelldienst namens IRIS (Intercontinental Retrieval of Information via Satellite - Interkontinentaler Informationsabruf über Satellit) zur Verfügung stellen.
 Der Trägersatellit befindet sich auf einer geneigten Polarbahn in 850 km Höhe, und wird jeden Punkt der Erdoberfläche mindestens zweimal pro Tag überfliegen und dabei E-Mail (wie ein Briefträger mit "konventioneller" Post) sammeln und zustellen. Teilnehmer an diesem Dienst benötigen ein vergleichsweise billiges, zuverlässiges, kleines Satelliten-Modem (ca. halb so groß, wie ein PC). Automatische Datensammlung wird ebenfalls möglich sein.
 Die Zentralstation auf Spitzbergen (78° N) wird einmal pro Orbit Nachrichten vom Satelliten herunterladen und zu ihm übermitteln und mittels einer Verbindung zu öffentlichen Datennetzwerken durch einen Service-Center in Brüssel, Belgien dem Nutzer zugänglich machen.
 Zielgruppe für diesen Nachrichtenübermittlungsdienst sind Leute in abgelegenen Gebieten oder auf hoher See ohne Zugang zu terrestrischen Kommunikationseinrichtungen, die mehrere Nachrichten am Tag zu niedrigen Kosten austauschen müssen. Ein typisches Beispiel sind große Organisationen mit Mitarbeitern an abgelegenen Orten in der Welt (Ethnologen im Dschungel auf Papua-Neuginea (Anm. v. M.P.)).
 Für die ESA ist dies ein kleines Projekt einer neuer Art, bei dem besondere Anstrengungen unternommen wurden, um Entwicklungskosten und -dauer zu verringern und das Kapital auf mehrere Jahre breit gestreuter Technologieentwicklung zu verteilen. Die vertraglichen Aspekte sind ebenfalls innovativ, von der Aussetzung in den Orbit bis zur Verpflichtung des Hauptauftragsnehmers, einen kommerziellen Dienst anzubieten.
 Unter einem preisbegrenzten ESA-Dachvertrag übernahm der Hauptauftragsnehmer SAIT Systems in Brüssel, Belgien nicht nur die Entwicklung sondern führt auch den Start und den kommerziellen Betrieb für einen einstweiligen Zeitraum von 3 Jahren durch. Dieses Konzept erklärt sich aus aus der Evolution in der Auftragsbeschaffung der ESA, nämlich der Industrie die volle Verantwortung für die programmatischen, technischen und finanziellen Belange marktnaher Missionen anzutragen.
 Die Entwicklung dieser fortgeschrittenen Kommunikationsnutzlast unter der Führung von SAIT Systems wurde von Firmen in Belgien (SAIT Devlonics, Alcatel Bell), Deutschland (OHB), Spanien (SEMA), und Großbritannien (Warberry Communications) durchgeführt.  Die belgischen Firmen IMEC vzw, Barco-Silex und Verhaert D&D waren an der Entwicklung des LLMS-Modems beteiligt, während Unterverträge mit NPP WNIIEM in Moskau, Rußland und dem norwegischen Weltraum-Center sowohl die Nutzlastunterbringung und den Start als auch die Hauptsendeanlage in Spitzbergen beeinhalteten.
 
Weitere Informationen beim ESA-Büro für Öffentlichkeitsarbeit (ESA Public Relations Division)
Tel.: +33(0)1.53.69.7155
Fax.: +33(0)1.53.69.7690
 
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Und hier noch der obligatorische Hinweis auf die Präambel meiner Seiten, und daß die Inhalte dieser Seite keine Meinungsäußerung der RWTH-Aachen darstellen.
 
letzte Änderung am 28. August MCMXCVIII