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Nachrichten
aus der "Realität" |
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31.08.1998
Kometeneinschläge auf der
Erde in den nächsten 500.000 Jahren unwahrscheinlich
Anders als von den jüngsten Hollywoodfilmen vorhergesagt, ist
es, einer neuen Studie zufolge, höchst unwahrscheinlich, daß
innerhalb der nächsten halben Million von Jahren ein Komet Tod und
Zerstörung auf unsere Erde niederregnen lassen wird.
Zwei Astronomen der Landesuniversität von Ohio berichteten
in den Astrophysical Journal
Letters, daß eine neuerliche Überprüfung der Bewegungen
von tausenden nahegelegener Sterne keine Hinweise auf Querläufer,
die Kometen aus ihrer Bahn in Richtung unserer Erde schleudern könnten,
ergeben haben.
Professor Jay Frogel und außerordentlicher Professor Andrew
Gould, beide Astronomen an der Landesuniversität von Ohio, suchten
nach Beweisen für das sogenannte "Todesstern"-Szenario, in dem ein
vorbeiziehender Stern die gegenwärtigen Umlaufbahnen von Kometen in
der Nähe unseres Sonnensystems verändern und in unsere Richtung
schicken könnte.
Sie meinen, das es reichlich Belege sowohl auf der Erde, als auch
auf anderen Planeten gibt, die zeigen, daß Kometen und Asteroiden
mit verheerenden Ergebnissen dort eingeschlagen sind. Zwei neue Kinofilme
- "Deep Impact" und "Armageddon"
- hängen in ihrer Dramaturgie von dieser Voraussetzung ab. Trotzdessen
wurde Frogel's Interesse durch geologische Belege solcher Einschläge
und nicht von den Filmen angeregt.
Er und Gould wandten sich für ihre Suche einer relativ neuen
Quelle zu - dem HIPPARCOS-Katalog.
1989 startete die europäische Raumfahrtagentur
ESA den Satelliten HIPPARCOS,
dessen Aufgabe es war, Ort und Bewegung von mehr als 120.000 Sternen mit
hoher Genauigkeit zu bestimmen.
Astronomen glauben, daß in etwa 100.000 AE (AE - Astronomische
Einheit - die Distanz Erde-Sonne - etwa 150 Millionen km) Entfernung von
der Sonne eine gewaltige Wolke von Kometen - die sogenannte "Oort'sche
Wolke" - unser Sonnensystem umgibt. Wenn sich nun ein Stern durch diese
Wolke hindurch bewegt, könnte sein Schwerefeld einen Kometen aus der
Umlaufbahn auf die Erde zu stoßen.
Frogel und Gould suchten im HIPPARCOS-Katalog speziell nach Sternen
mit einer Eigengeschwindigkeit nahe bei Null - Sterne, die sich entweder
direkt auf uns zu oder direkt von uns weg bewegen. Ein Stern, der gerade
vorbeigezogen wäre, würde so erscheinen, daß er sich direkt
von uns weg bewegte.
Gould meinte, daß man eigentlich nur einen Stern sehen sollte,
der sich (relativ zum Sternenhintergrund) so gut wie gar nicht bewegen
dürfte. Der potentielle Kandidat, den die Forscher fanden, stellte
sich als ein Stern heraus, der schon früher von anderen Wissenschaftlern
identifiziert worden war. Ebenso fanden sie keine Hinweise auf Sterne,
die bereits vorbeigezogen waren.
Gould's Analyse des HIPPARCOS-Katalogs zeigte, daß er empfindlich
genug sein sollte, um Null-Eigenbewegung bei allen Sternen heller als 8.
Größenklasse feststellen zu können. Sterne der 8. Größenklasse
sind etwa 25 mal lichtschwächer, als die noch mit bloßem Auge
sichtbaren.
Gould nimmt an, daß diese hellen Sterne die wichtigsten Kandidaten
für das Todesstern-Szenario sind, da sie entweder durch ihre Nähe
oder durch ihre Größe für uns hell erscheinen. Je größer
der Stern ist, desto größer müßte sein Schwereeinfluß
auf nahe vorbei driftende Kometen sein.
Gould meinte, sie könnten zeigen, daß theoretisch 96
Prozent aller zerstörerischen Ereignisse (das Vorbeiziehen eines solchen
Sternes) im HIPPARCOS-Katalog aufzufinden sein müßten. Als "zerstörerisches
Ereignis" definierten sie einen Stern, der in einer Entfernung von weniger
als 20.000 AE an der Sonne vorbeizieht.
Frogel und Gould sind dennoch vorsichtig mit ihren Vorhersagen -
sie könnten natürlich nicht dafür garantieren, daß
die Erde im nächsten Jahr nicht von einem Kometen getroffen werde,
aber ihre Analyse des Katalogs läßt es dennoch als sehr unwahrscheinlich
erscheinen, daß sich ein größerer Kometenschauer in den
nächsten 500.000 Jahren ereignen wird.
Die Chance, daß ein Stern, groß genug, um einen signifikanten
Schaden zu erzeugen, sich in den nächsten 10 Millionen Jahren durch
unsere Region des Weltalls bewegen könnte, sei extrem klein.
Frogel und Gould sind sehr zuversichtlich über ihre Analyse
des HIPPARCOS-Katalogs. Der nächste Schritt wäre einen "Todesstern"-Kandidaten
unter den Sternen zu suchen, die zu lichtschwach sind, um in den HIPPARCOS-Katalog
aufgenommen zu werden.
Ein weiterer Satellit - GAIA
-, der von der ESA vorgeschlagen wurde, soll die Bewegung von 50 Millionen
Objekte bis hinunter zu Sternen der 15. Größenklasse bestimmen.
Sollte diesem Projekt zugestimmt werden, so dürfte GAIA nicht vor
2009 gestartet werden.
Weitere Informationen:
Kontakt: Jay Frogel, Andrew
Gould
Originalbericht von Earle Holland
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Und hier noch der obligatorische Hinweis auf
die Präambel meiner Seiten, und daß
die Inhalte dieser Seite keine Meinungsäußerung der RWTH-Aachen
darstellen.
letzte Änderung am 28. August MCMXCVIII