Einladung
zum Düsseldorfer SF-Treff
am 16.11.2002 ab ca. 15:30 Uhr
Erkrather Krug, Erkrather Straße 91, ab 15:30 Uhr
Literatur-Runde
Wir besprechen gemeinsam das Buch
"Wo keine Sonne scheint"
von Ronald M. Hahn & Horst Pukallus
Einführende Worte zum Thema:
Endlich haben zwei unserer Mitglieder ihren langerwarteten neuen Roman vorgelegt ... wollen wir uns diesem Elaborat widmen, das die Autoren mit ihrem bekannten Rustikalhumor auf die schutzlose Leserschaft losgelassen haben.
Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Das in Trümmern liegende Großdeutsche Reich ist von alliierten Truppen besetzt. Hitler ist spurlos verschwunden; man munkelt von einer Festung am Südpol. Hermann Göring ist nach Transjordanien entflohen. In Argentinien verlangt Martin Bormann die Herausgabe des Vermögens der NSDAP. Werwolf-Kommandos verüben Anschläge auf die verhassten Besatzer ...
Robert A. Heinlein, der Leiter der amerikanischen Weltraumbehörde, verspricht in den nächsten fünf Jahren einen Flug zum Mond. überall auf der Erde werden unidentifizierbare fliegende Objekte gesichtet. Ihre Besatzungen sprechen deutsch und ergehen sich in geheimnisvollen Andeutungen über die Zukunftspläne der Nazis. Astronomen entdecken zeppelingroße Raumfahrtzeuge auf der Oberfläche des Mondes: sie tragen das Hoheitszeichen des Großdeutschen Reiches ...
Conrad Harras, Ex-Fähnrich der Wehrmacht, der sich 1936 an Bord des Zeppelins Hindenburg nach New York abgesetzt hat, kehrt im Auftrag einer anonymen Macht in die Heimat zurück, um eine Filmrolle zu suchen, deren Existenz seinen Bruder den Kopf gekostet hat und gewissen Kreisen sehr wertvoll ist. In der Trümmerlandschaft Hamburgs gerät er in einen Sumpf aus Altnazis, Pornographen (sic!) und Bewahrern alter Geheimnisse...
Der Roman ist gut lesbar, unterhaltsam geschrieben aber stilistisch nicht besonders ausgefeilt, wie es sich für einen Unterhaltungsroman gehört. Wie erwartet ist die Handlung nicht immer jugendfrei. Grob gesagt handelt es sich um einen geschickt konstruierten, aber trotzdem nicht sehr spannenden Krimi bzw. Agentenroman, der seinen Höhepunkt bereits am Anfang hat, wenn die Romanfiguren unabsichtlich die Hindenburg-Katastrophe verursachen.
Der interessanteste Teil liegt hier aber nicht in der Handlung, sondern in den vielen teilweise erfundenen Details, mit denen die Handlung ausgeschmückt wird. Das beginnt bei den Einleitungs"zitaten" der einzelnen Kapitel und endet bei überall herumstehenden Werbeaschenbechern diverser Nazi-Unterorganisationen.
Wir haben also einen typischen Alternativweltroman der herberen Art vorliegen, für dessen Abdruck die seriösen Verlage bedauerlicherweise nicht den Mut hatten... Für Liebhaber des Alternativweltgenres, Fans abstruser Bücher und Hitler-Hasser ist der Roman ein Fest!
© 2001 by Michael Falkenstein
Das Buch ist erhältlich:
Verlag Nummer Eins, 2001, 252 Seiten, ISBN 3-8311-0994-X, 14.90 Euro
Bezug durch: Ron_Hahn@Compuserve.com
Und hier noch der obligatorische Hinweis auf das Space Science Journal von Matthias, und daß die Inhalte dieser Seite keine Meinungsäußerung der RWTH-Aachen darstellen. Seit März 2000 ist Octavius Vertreter im Sinne des Presserechts für diese Webseiten.
letzte Änderung am 14. November MMII